Zeitungsartikel
Rezension in der Zeitschrift der Asyl Koordination "Asyl aktuell"

Mein Buch "Gestrandet" wurde in die Bücher-Empfehlungsliste der UNO Flüchtlingshilfe aufgenommen:
Flucht durch die Wüste und über das Meer
Fode muss sein Heimatland Guinea verlassen, weil er politisch verfolgt wird. Zusammen mit einem Freund wagt er - wie so viele andere - die Flucht durch die Wüste in Richtung Libyen, um von dort über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Er hofft bis zu seiner Freundin Hannah zu gelangen, die Österreicherin ist und dort vergeblich versucht hat, für ihren Freund ein Visum zu bekommen.
Der zweite Erzählstrang berichtet von Michael, der von Österreich nach Guinea fährt, um Aminata zu unterstützen, die er vor wenigen Monaten kennengerlernt hat. Die junge Frau und Mutter von drei Kindern will sich von ihrem gewalttätigen Ehemann trennen. Neben diesen beiden, ineinander verwobenen und sich abwechselnden Geschichten, wird das Schicksal des Ehemannes von Aminata, wiederholt eingeblendet.
Fodes Entschluss sich auf den Weg nach Europa zu machen, sein gefährlicher Weg durch die Wüste, die Schilderungen der Ohnmacht und Verzweiflung angesichts der Gewalt und Rücksichtslosigkeit der Schlepper, sind einfühlsam und bildhaft beschrieben. Dadurch, dass alle drei Erzählstränge miteinander verwoben sind und die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten das Geschehen von verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, wird das Buch „Gestrandet“ zu einer spannenden Lektüre.
Fazit
Eine spannende und trotz des ernsten Themas gut zu lesende Geschichte rund um die Flucht des jungen Fode aus Guinea. Interessant sind die verschiedenen Sichtweisen auf die Handlung. Das offene Ende macht deutlich, dass eine Flucht nicht mit Erreichen des rettenden Ufers beendet ist, sondern dass es nicht selten noch lange dauert, bis eine endgültige Lösung gefunden ist.
Für Leserinnen und Leser ab ca.16 Jahren.
Artikel - NÖN März 2023

Artikel TAU - 2018


Mein Roman Rote Erde spielt im westafrikanischen Guinea, in das ich mehrmals gereist bin, um die traditionelle Trommelmusik zu erlernen. Ich habe sehr guten und intensiven Kontakt zu Land und Leuten aufgebaut, und habe immer noch einige gute Freunde und Bekannte dort. Deshalb hat es mich 2009 sehr erschüttert, als ich erfahren habe, dass eine friedliche Demonstration in der Hauptstadt Conakry vom Militär brutal niedergeschossen wurde. Es starben damals über 150 Menschen- aber in unseren Medien hat man kaum etwas darüber gehört. Damals entstand der Wunsch in mir etwas über diese Katastrophe zu schreiben.
Das Schreiben des Buchs war ein flüssiger und interessanter Prozess für mich. Schwierig wurde es, als es an die Verlagssuche ging. Mein Wunsch war es von Anfang an, einen Verlag zu finden, der das Buch herausbringt, da ich mir ein professionelles Lektorat gewünscht habe. Diese Suche gestaltete sich ziemlich mühsam: anfangs suchte ich erfolglos alleine bis ich schließlich eine Literaturagentur fand, die mir die Verlagssuche abnahm. Darüber war ich sehr froh, allerdings dauerte es danach nochmals mehr als ein Jahr, bis endlich ein Verlag gefunden war. Letztes Jahr an meinem Geburtstag erfuhr ich, dass der Wiener Verlag Edition Mokka mein Buch herausbringen würde. Ein schönes Geburtstagsgeschenk!
Der Prozess des Schreibens war sehr spannend für mich. Anfangs habe ich die Kerngeschichte über besagte Demonstration geschrieben. Dann entstand der Wunsch, die Geschichte auszubauen, ich hatte jedoch kein genaues Konzept dafür. Die Handlung entwickelte sich während des Schreibens, oft war ich selbst überrascht über die Protagonisten und die Geschichte, die ein Eigenleben entwickelten. Durch das Schreiben konnten sich meine Gedanken klären und ich konnte meine aufgewühlten Emotionen über die schwierige politische und wirtschaftliche Lage Guineas kanalisieren.
In der Zeit der Verlagssuche bin ich durch viele Höhen und Tiefen gegangen, habe oft sehr an dem Buch und meinen Fähigkeiten gezweifelt und war des Öfteren versucht, das Projekt in der Schublade verschwinden zu lassen. Zum Glück haben mich dann immer wieder Menschen in meinem Umkreis bestärkt, nicht aufzugeben. Mittlerweile bin ich sehr froh darüber, denn es ist ein schönes Gefühl, etwas an die Öffentlichkeit zu bringen, an dem man lange und intensiv im stillen Kämmerlein gearbeitet hat.